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Bärenphasen – wenn sich der Markt in den Winterschlaf begibt. 5 Tipps, um turbulente Zeiten so gut wie möglich zu überstehen

Bitpanda

Von Bitpanda

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Längere Rezessionsphasen auf den Aktien- und Kryptomärkten mit Verlusten von mindestens 20% werden als “Bärenmarkt” bezeichnet. Ganz genau – wie dein flauschiger Teddybär, allerdings mit dem Unterschied, dass bärische Entwicklungen auf den Märkten alles andere als kuschelig sind. Du fürchtest dich vor Negativtrends und dem sogenannten Kryptowinter? Dann überlegst du vielleicht, es dem tierischen Genossen gleichzutun und dich in den Winterschlaf zu begeben, zumindest so lange, bis die Bullen wieder die Arena betreten. Nutze die Zeit stattdessen doch, um mehr über das Phänomen Bärenmarkt zu lernen und finde heraus, was du im Hinterkopf behalten solltest.

Bullen und Bären werden schon seit langer Zeit als Metaphern genutzt, um die Stimmung auf den Märkten zu beschreiben. Bereits im 17. Jahrhundert verglich der Diamantenhändler Joseph de la Vega die Dynamiken auf den Aktienmärkten in seiner berühmten Abhandlung, die den passenden Titel Die Verwirrung der Verwirrungen trägt, mit dem Kampfverhalten von Bullen und Bären.

De la Vega verglich Aufwärtstrends und eine positive Stimmung auf dem Markt mit einem Bullen, der seine Hörner von unten nach oben wirft, während er fallende Preise und pessimistische Emotionen mit einem Bären erklärte, der seine Tatzen von oben nach unten schlägt. In diesem Artikel versuchen wir, einige der Missverständnisse rund um Bärenmärkte zu beseitigen, um dir und deinen Assets die Zeit bis zum nächsten Bull Run so angenehm wie möglich zu gestalten.

1. Was hoch steigt, kann tief fallen

Ein Bullenmarkt kann mit einer guten Party verglichen werden, auf der du richtig viel Spaß hast. Du versuchst auszublenden, dass du irgendwann auch nach Hause gehen musst, weißt aber genau, dass auch die großartigste Party irgendwann einmal ein Ablaufdatum hat und der nächste Morgen bestimmt kommt…

Während du dir bei Bärenmärkten immerhin keinen unangenehmen Kater einhandelst und sie historisch gesehen auch tendenziell kürzer als Bullenmärkte andauern, sind sie dennoch schwer zu – kleiner Scherz am Rande – bärtragen, insbesondere, wenn du neu in der Welt der Investments bist und dies deine erste Begegnung mit den Bären ist. Dir wird dann vermutlich auffallen, dass das Anlegerverhalten vermehrt pessimistisch und negativ ist (und leider auch bleiben kann) und die Assets in deinem Portfolio rote Zahlen schreiben.

Wie lange hält ein Bärenmarkt an? Das kann niemand so genau beantworten, die durchschnittliche Dauer eines Bärenmarkts beträgt jedoch zehn Monate, während der längste Bullenmarkt sage und schreibe elf Jahre andauerte. Dieser Unterschied trägt vielleicht auch zur Annahme bei, dass Bullenmärkte als permanent wahrgenommen werden und wir verleitet sind zu denken, dass es keine Grenze nach oben gibt – die gibt es aber sehr wohl.

Das Zauberwort lautet: Marktzyklus. Ein Zyklus ist eine sich regelmäßig wiederholende Abfolge von Ereignissen – in unserem Fall besteht der Zyklus üblicherweise aus vier Phasen, die einem klassischen Konjunkturzyklus ähneln und durch sich wiederholende Auf- und Abwärtsbewegungen charakterisiert sind. 

  • Die Aufschwung- oder Expansionsphase in einem Zyklus ist von Wachstum und Bullenmärkten geprägt. Anleger wollen kaufen.

  • Der obere Wendepunkt ist in reifenden Märkten durch hohen Kaufdruck und anschließender Sättigungsphase gekennzeichnet. Anleger hören auf, Assets zu überaus hohen Preisen zu kaufen.

  • Nach dem Höhepunkt tritt eine Stagnationsphase ein, in der die Märkte zurückgehen und schwächer werden.

  • Beim unteren Wendepunkt, auch Sell-off-Phase genannt, fallen die Märkte für einen bestimmten Zeitraum auf das tiefstmögliche Niveau. Anschließend beginnt der Zyklus mit einer weiteren Aufschwungphase von vorne.

  • (Niemand weiß, wie lange dieser “bestimmte Zeitraum” andauert)

2. Lass dir keinen Bären aufbinden

Die Inflation ist ein monetäres Phänomen und zeigt sich durch einen längerfristigen Anstieg der Preise von Gütern und Dienstleistungen. Das bedeutet, dass du für dasselbe Geld weniger als zuvor kaufen kannst.

Moderat steigende Inflationsraten können dabei als natürlich betrachtet werden und helfen mittelfristig dabei, die Kaufkraft aufrecht zu erhalten. Die Inflation wird jedoch zu einem Problem, wenn sie zunehmend steigt und die Lage immer unsicherer wird, wodurch auch das finanzielle Risiko ansteigt. Steigende Inflationsraten sind häufig gleichzeitig Indikatoren für bevorstehende Anhebungen der Zinssätze, was verfallende Marktpreise und eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums nach sich zieht.

Zentralbanken versuchen, die Inflationsraten einzugrenzen, indem sie ab einem gewissen Punkt Leitzinssätze anheben, um die Wirtschaft zu stabilisieren, ohne sie dabei zu sehr zu verlangsamen. Höhere Zinssätze bedeuten auch, dass Anleihen für Investments sowie Verbraucherausgaben über Finanzinstitute sowohl für Konsumenten als auch Unternehmen teurer werden. Die Aktienmärkte antworten so gut wie augenblicklich mit einer negativen Reaktion auf solche Neuigkeiten, während andere wirtschaftliche Faktoren, wie etwa Beschäftigungsquoten, deutlich verzögert auf diese reagieren. Wenn Zinssätze fallen, tendieren die Märkte in der Regel zu steigen, da dies oft als Zeichen für Wirtschaftswachstum angesehen wird. 

Zu guter Letzt können auch geopolitische Faktoren, wie Kriege, die COVID-Pandemie, die Entwicklung der Rohstoffpreise sowie auf Bullenmärkte folgende Kursrückgänge ihre Spuren hinterlassen und zur Entstehung eines Bärenmarktes beitragen.

3. Kluge Bären behalten alles im Hinterkopf

“Wie kann ich mich bestmöglich auf einen Bärenmarkt vorbereiten?”, mögen sich viele Anleger fragen. Es gibt zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen, die Investoren treffen können, um von bärischen Phasen nicht vollkommen überrascht zu werden. Zunächst solltest du sicherstellen, dass du sowohl für gute als auch schlechte Zeiten eine Strategie hast und die Grundlagen von Analysemodellen wie die Fundamental- und technische Analyse von Aktien beherrschst, bevor du Investmententscheidungen triffst.

Der Grund, weshalb du in verschiedenste Assets investieren solltest, ist ein hohes Maß an Portfoliodiversifizierung. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass verschiedene Assetklassen auch auf unterschiedliche Weise von Bärenmärkten beeinflusst werden, insbesondere bei Wachstumswerten und Value-Aktien. Versuche, verschiedene Szenarien, die für deine verschiedenen Aktien Realität werden könnten, zu bedenken. Inwiefern werden unterschiedliche Branchen von unterschiedlichen Entwicklungen beeinflusst und welche Risiken bringen sie mit?

Lerne, Tradingcharts zu lesen, finde heraus, was Candlesticks sind und wie du die wichtigsten Handelsindikatoren erkennen kannst. Entscheide dich bereits im Voraus für eine Anlagestrategie, um auf schwierige Zeiten vorbereitet zu sein und ergründe, wie du panische, von Emotionen veranlasste spontane Verkäufe vermeiden kannst.

Informiere dich über börsengehandelte Fonds (ETFs), Anleihen, Aktien mit hohen Dividenden und “defensive Aktien”, zu denen auch Unternehmen zählen, die unabhängig vom Marktgeschehen lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen für die Gesellschaft anbieten.

4. Der Bär nimmt’s nicht immer mit Gemütlichkeit

Sobald es ganz danach aussieht, dass ein Bärenmarkt für längere Zeit die Marktlandschaft prägen wird, gibt es einige Dinge, die man machen sollte, und andere, die man unbedingt vermeiden sollte. Die goldene Regel lautet: Lass dich nicht von deinen Emotionen leiten! Selbst wenn die Preise purzeln, verkaufe deine Assets keinesfalls in Panik. Auch hier zeigte sich in der Vergangenheit, dass dir Erholungen nach einem Bärenmarkt potenziell hohe Erträge einspielen, während Panikverkäufe zu niedrigen Preisen ganz klare Verluste nach sich ziehen könnten.

Bedenke, dass du langfristig investierst und dein Portfolio für die Zukunft aufbaust (also Assets kaufst und diese auch hältst) und dass sich Märkte letztendlich immer wieder in die eine oder andere Richtung entwickeln werden. Solltest du eine schwache Marktphase proaktiv in einen Vorteil umwandeln wollen, könnte Bitpanda Savings genau das sein, wonach du gesucht hast. Durch regelmäßige Sparpläne kannst du ganz nebenbei Gebrauch vom Cost Average-Effekt machen, während du weitere Ertragsgelegenheiten erkundest, wie etwa Krypto-Staking oder andere Optionen (die vermutlich jedoch eher für erfahrenere Anleger geeignet sind).

5. Auch ein Bärenmarkt hat einmal ein Ende

Leider gibt es keine allgemeingültigen, verlässlichen Indikatoren dafür, wann sich ein Bärenmarkt nun wirklich dem Ende zuneigt. Du solltest auch unbedingt aufpassen, dass du dich keinesfalls von einer Bärenmarkt-Rally (auch Sucker Rally genannt) täuschen lässt. Es gibt jedoch tatsächlich ein paar Merkmale, die auf eine wiedergewonnene wirtschaftliche Zuversicht sowie einen bevorstehenden Aufwärtstrend im Marktzyklus hindeuten. Behalte stets die Unternehmensgewinne deiner Lieblingsaktien und anderer wichtiger Titel aus verschiedenen Branchen im Auge, um einen Aufwärtstrend und Hinweise auf einen bevorstehenden Marktumschwung erkennen zu können, wie etwa wirtschaftliche Erholung und steigende Zuversicht seitens der Anleger.

Sämtliche Entscheidungen darüber, wie und in was du investierst, liegen stets bei dir. Investiere niemals mehr als du dir zu verlieren leisten kannst. Erfahre in unseren Apps für iOS und Android mehr über die Preisentwicklungen deiner liebsten KryptowährungenAktien*, ETFs* und Edelmetalle und starte hier deine Reise zur finanziellen Unabhängigkeit.

Disclaimer
*Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investieren birgt Risiken. Vor dem Abschluss einer Transaktion sollten stets eigene Recherchen durchgeführt werden. *Bei Bitpanda Stocks handelt es sich um Verträge, die zugrunde liegende Aktien oder ETFs abbilden und von Bitpanda Financial Services GmbH ausgestellt werden. Weitere Informationen sowie der Prospekt sind auf bitpanda.com abrufbar.

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