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Von Bitpanda
17.02.2026
Phasenweise scheint Bitcoin den gesamten Krypto-Markt hinter sich herzuziehen, in anderen Momenten rücken plötzlich Altcoins in den Fokus und übertreffen die Leitwährung deutlich. Für viele Investoren stellt sich deshalb immer wieder dieselbe Frage: Welche Marktphase dominiert aktuell und warum wechselt die Führung zwischen Bitcoin (BTC) und Altcoins so regelmäßig?
Der Blick auf vergangene Marktzyklen zeigt, dass diese Wechsel kein Zufall sind. Vielmehr folgen Bitcoin und Altcoins wiederkehrenden Mustern, die eng mit Kapitalflüssen, Risikobereitschaft und Marktstimmung zusammenhängen. Wer versteht, wie diese Marktphasen funktionieren, kann Kursbewegungen besser einordnen – ohne kurzfristige Schwankungen überzubewerten oder falsche Schlüsse zu ziehen.
Das Wichtigste in Kürze
Der Ausgangspunkt des aktuellen Marktzyklus liegt im November 2022, als Bitcoin nach dem Allzeithoch von rund 58.000 € im November 2021 auf etwa 15.500 € fiel, ein Rückgang von rund 73 %. Solche starken Korrekturen sind für Bitcoin nicht ungewöhnlich.
In früheren Zyklen kam es zu Einbrüchen von rund -86 % in den Jahren 2014/15 und -84 % in 2018/19. Auffällig ist dabei, dass die Rückgänge vom jeweiligen Allzeithoch über die Zeit tendenziell geringer ausfallen – ein Muster, das zumindest auf eine zunehmende Marktstabilität hindeutet.
Nach diesem Tiefpunkt setzte eine neue Aufwärtsbewegung ein. Wie sich diese Erholung entwickelte, folgte jedoch keinem linearen Verlauf. Stattdessen lässt sich der anschließende Marktzyklus in mehrere klar unterscheidbare Phasen gliedern, die sich durch unterschiedliche Führungsrollen von Bitcoin und Altcoins auszeichnen.
Phase 1 (2023): Bitcoin-Recovery ohne Altcoin-Beteiligung
Von November 2022 bis Ende 2023 dominierte Bitcoin den Markt vollständig. Während Bitcoin von 15.500 € auf knapp 39.000 € stieg (+151 %), blieben die meisten Altcoins deutlich hinter dieser Performance zurück. Der Altcoin Season Index, der misst, wie viele der Top-100-Altcoins Bitcoin über 90 Tage outperformen, verharrte meist unter 30.
Phase 2 (Q1 2024): Erste selektive Altcoin-Bewegungen
Zu Beginn des Jahres 2024 lag Bitcoin bei etwa 40.000 €. In dieser Phase begannen einzelne Altcoin-Sektoren zu performen, insbesondere Layer-1-Blockchains und AI-Token. Im März 2024 schlug der Altcoin Season Index erstmals seit langem an, erreichte jedoch nur kurzzeitig Werte über 75.
Phase 3 (Ende 2024): Kurze Altcoin-Rally
Im November 2024 schwächte sich die relative Stärke von Bitcoin ab, wodurch Altcoins zeitweise stärker in den Fokus rückten. Im Dezember erreichte der Altcoin Season Index in der Spitze einen Wert von 88 und überschritt damit kurzfristig die kritische 75er-Marke. Eine nachhaltige oder breit angelegte Altcoin-Season entwickelte sich jedoch nicht.
Zwar verzeichneten einzelne Assets wie XRP, Cardano und Solana deutliche Kursgewinne, die Mehrheit der Altcoins blieb jedoch hinter der Performance von Bitcoin zurück.
Phase 4 (2025–2026): Rückkehr zur Bitcoin-Dominanz
Seit Anfang 2025 hat sich die relative Marktstärke erneut deutlich zugunsten von Bitcoin verschoben. Der Altcoin Season Index fiel in dieser Phase auf sehr niedrige Niveaus und bewegte sich zeitweise im Bereich um 12 – Werte, die historisch nur selten erreicht werden und auf eine ausgeprägte Bitcoin-Dominanz hindeuten.
Zwar kam es im Juni 2025 zu einem kurzfristigen Ausschlag, bei dem der Index vorübergehend auf über 75 anstieg. Dieser Anstieg blieb jedoch von kurzer Dauer und fiel zeitlich mit einer Phase erhöhter Markt-Euphorie rund um neue Bitcoin-Allzeithochs zusammen. Der Altcoin Season Index ist seitdem spürbar zurückgegangen und liegt aktuell bei rund 41 (Stand: Februar 2026).
Der Verlauf des Altcoin Season Index veranschaulicht die systematische Rotation: Von der tiefen Bitcoin-Dominanz 2023 (Werte unter 30) über die selektiven Ausschläge 2024 bis hin zur aktuellen Rückkehr Anfang 2026.
Über einen längeren Zeitraum hinweg konnte sich keine nachhaltige Altcoin-Outperformance etablieren. Stattdessen dominierte Bitcoin erneut die Marktbewegung, während Altcoins lediglich punktuelle Stärkephasen zeigten. Diese Entwicklung unterstreicht eine Marktphase, in der Kapital verstärkt auf Bitcoin konzentriert bleibt und Risikobereitschaft begrenzt ist.
Dass Bitcoin neue Marktzyklen häufig anführt, ist kein Zufall. Die Erholung nach starken Korrekturen beginnt in der Regel bei Bitcoin, bevor Altcoins folgen. Dafür lassen sich drei zentrale, strukturelle Faktoren identifizieren:
1. Hohe Liquidität und Markttiefe:
Bitcoin ist mit Abstand der liquideste Vermögenswert im Krypto-Markt. Große Kapitalzuflüsse, insbesondere von institutionellen Investoren, können hier effizient platziert werden, ohne den Markt stark zu verzerren. Neue Nachfrage konzentriert sich daher zunächst auf Bitcoin.
2. Wahrnehmung als vergleichsweise defensives Asset:
Innerhalb des Krypto-Sektors gilt Bitcoin als weniger spekulativ als die meisten Altcoins. In frühen Erholungsphasen oder nach Krisen bevorzugen Investoren tendenziell Assets mit geringerem Risiko, bevor sie sich wieder stärker exponieren.
3. Etabliertes Narrativ als „Digital Gold“:
Bitcoin wird zunehmend als langfristiger Wertspeicher wahrgenommen. Dieses Narrativ gewinnt vor allem in Phasen makroökonomischer Unsicherheit an Bedeutung und stärkt Bitcoins Rolle als erster Anlaufpunkt für Kapital im Krypto-Markt.
Ein zentrales Instrument zur Einordnung dieser Dynamik ist die Bitcoin-Dominanz, also der Anteil von Bitcoin an der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung. Sie zeigt, ob sich Kapital überwiegend auf Bitcoin konzentriert oder verstärkt in Altcoins fließt.
Aktuell liegt die Bitcoin-Dominanz bei rund 58-60 % (Stand: Februar 2026). In volatilen Marktphasen spiegelt dieser hohe Wert eine klare Liquiditätspräferenz wider: Während der Gesamtmarkt korrigiert, verzeichnen Altcoins oft überproportionale Verluste, was den relativen Marktanteil von Bitcoin stabilisiert.
Marktanteil-Vergleich: Dieser Chart visualisiert die langfristige Dominanz von Bitcoin im Verhältnis zur gesamten Krypto-Marktkapitalisierung.
Historisch markiert die 60 %-Marke zudem einen signifikanten Widerstand; ein nachhaltiger Rückgang dieser Quote gilt Tradern oft als technisches Signal für den Beginn einer neuen Altcoin-Saison.
Die relative Performance zwischen der Leitwährung und dem restlichen Markt ist nicht statisch, sondern eng an die jeweilige Marktphase gekoppelt. Dabei lassen sich drei charakteristische Szenarien beobachten:
1. Aufwärtsphasen (Expansion)
In der frühen Phase eines Bullenmarktes übernimmt meist Bitcoin die Führung, da frisches Kapital zuerst in das liquideste Asset fließt. Erst bei einer Konsolidierung auf hohem Niveau, also wenn Bitcoin seitwärts tendiert, beginnt die Rotation in Altcoins. Aufgrund ihrer geringeren Marktkapitalisierung entfalten sie oft eine Hebelwirkung und können Bitcoin kurzfristig outperformen.
2. Seitwärtsmärkte (Akkumulation)
In Phasen ohne klaren Trend verhält sich der Markt oft selektiv. Während Bitcoin hier meist als defensiver Anker fungiert und die Volatilität abnimmt, konzentriert sich das Interesse auf spezifische Nischen (z. B. AI-Token oder Layer-1-Lösungen), was zu einer punktuellen, aber keiner marktbreiten Outperformance von Altcoins führt.
3. Korrekturen (Deleveraging)
In fallenden Märkten zeigt sich die Schutzfunktion der Markttiefe. Bitcoin korrigiert zwar ebenfalls deutlich, wirkt aber im Vergleich zu vielen Altcoins oft stabiler. Da Anleger in Krisenzeiten spekulative Positionen zuerst glätten, verlieren Altcoins in diesen Fenstern meist überproportional an Boden.
Die Analyse der Marktphasen verdeutlicht eines: Es gibt keine konstante Outperformance. Ob Bitcoin oder Altcoins die Nase vorn haben, ist keine Frage des Zufalls, sondern ein direktes Resultat der aktuellen Liquidität und Risikobereitschaft im Markt.
Für Investoren bedeutet das, dass die Portfoliostruktur nicht statisch sein muss, sondern sich an diesen Zyklen orientieren kann. Historische Halbjahres-Fenster, wie die Dominanzphase von Bitcoin im Jahr 2023 oder die Altcoin-Rallye im ersten Halbjahr 2021, zeigen, dass Geduld oft der entscheidende Faktor ist. Eine Outperformance ist nie garantiert und hängt stark davon ab, in welcher Phase des Zyklus wir uns befinden.
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