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So wie bei allem im Leben ist auch beim Traden entsprechendes Wissen der Schlüssel zum Erfolg. Man lernt niemals aus, genauso ist das auch beim Traden. Wir lernen, die Grundlagen für die Strategie zu schaffen, die für uns am besten funktioniert. Es gibt zwar keine Herangehensweise, die zu 100% erfolgreich ist, dennoch kann es bestimmt nicht schaden, sich ein allgemeines Grundwissen über Trading-Strategien anzueignen. Die Erfolgsquote einer bestimmten Strategie hängt von verschiedensten Faktoren ab. Im Idealfall verschaffen sich Trader einen Überblick über die unterschiedlichen Strategien und wählen anschließend diejenige aus, die am besten zu ihnen passt. Für den Rest gilt dann einfach: Probieren geht über studieren.

Kursentwicklungen offenbaren sich in Fraktalformationen. In jedem Chart gibt es Trends, Gegentrends, sowie Konsolidierungsformationen. In anderen Worten bedeutet das, dass bei jedem Trend verschiedene Strategien zur Anwendung kommen können. Es gibt drei Arten der Kursbewegungen in Märkten: Aufwärts- oder Abwärtsbewegungen, sowie eine Bewegung innerhalb eines gewissen Bereiches (“Range”).

Bei einem Aufwärtstrend ist die einfachste Strategie, nach einem Kursrückgang zu kaufen (“buying the dip”). Diese Strategie war vermutlich bisher auch eine der besten für den derzeitigen Bull Run der Kryptomärkte.

“Buying the dip”-Strategie

Der Gedanke hinter dieser Strategie ist unschwer zu verstehen, solange wir uns in einem Aufwärtstrend befinden. “Buying the dip” beschreibt eine Strategie, bei der man langfristig in ein Asset investiert, nachdem dieses einen kurzfristigen Kursrückgang verzeichnet hat. Diese Strategie kann sich bei langfristigen Aufwärtstrends als profitabel erweisen, vorausgesetzt, der Trend bricht nicht nach unten hin aus. Ein Trend kann neben der genauen Beobachtung der Kursentwicklung auch mithilfe simpler Indikatoren wie RSI, MACD oder ähnlichen Momentum-Oszillatoren erkannt werden. Ein Aufwärtstrend kann als eine Serie aus mehreren “höheren Hochs” (higher-highs) und darauffolgenden “höheren Tiefs” (higher-lows) in der Kursentwicklung bezeichnet werden. Im Idealfall sollten Trends über einen längeren Zeitraum beobachtet werden; täglich, wöchentlich, monatlich. Im Falle des spontanen Daytradings sollten Anleger nach Trends mittels kürzerer Zeiträume suchen.

Einen Trend mittels gleitendem Durchschnitt erkennen

Der gleitende Durchschnitt (engl. moving average, MA) ist ein Overlay-Indikator, der über eine bestimmte Anzahl an Zeiträumen (Perioden) einen Durchschnittspreis auf einem Chart anzeigt. Der MA dient zur Glättung eines Charts und kann auf einen Trend hinweisen. Da es sich beim MA jedoch um einen Spätindikator handelt, lässt er keine Rückschlüsse auf zukünftige Preisentwicklungen zu. Er verrät uns lediglich, wo der Kurs war und in welche Richtung er sich entwickelt.

Trader passen die Zeiträume ihrer persönlichen MAs an ihre Tradinggewohnheiten an; so könnte ein Trader einen gleitenden Durchschnitt eines Tagescharts über einen Zeitraum von 50 Tagen bevorzugen, ein anderer hingegen arbeitet mit einem MA eines Stundencharts über einen Zeitraum von nur 21 Tagen. Trading-Plattformen nutzen häufig festgelegte Standards, die beachtet werden sollten. Überwiegend kommen 14 Tage als Standardeinstellung zur Anwendung, diese können jedoch erhöht oder reduziert werden, um die Empfindlichkeit zu reduzieren bzw. zu erhöhen. Der Indikator kann auch auf mehrere Perioden angewandt werden. So kann es vorkommen, dass ein Zeitraum von 14 Tagen für die Tagescharts zu bevorzugen ist, während angenommen für einen Stundenchart eine andere Einstellung passender sein könnte. Trader sollten verschiedene Einstellungen mit unterschiedlichen Zeiträumen ausprobieren, um herauszufinden, was für sie am besten funktioniert.

Mittels RSI Ein- und Ausstiegspunkte erkennen

Der Relative Strength Index (RSI) ist ein beliebter Indikator der technischen Analyse, den Trader verwenden, um die Performance eines Assets über einen bestimmten Zeitraum zu evaluieren. Es handelt sich dabei um einen Momentum-Oszillator, der das Ausmaß von Preisentwicklungen misst und besonders zur Festlegung von Ein- und Ausstiegspunkten als hilfreich erachtet werden kann. Der RSI kann Werte im Bereich von 0 bis 100 annehmen. Signale werden mittels Divergenzen, Überschreitungen der Mittellinie sowie klassischer Graphdarstellungsprinzipien gedeutet.

Der Indikator wird berechnet, indem man sowohl den Durchschnittsertrag als auch den Durchschnittsverlust über eine bestimmte Anzahl an Perioden heranzieht, diese in eine Formel einbettet und vereinfacht. Der Indikator gibt Auskunft über Daten in den Monaten vor dem untersuchten Zeitraum. Dadurch, dass es sich um einen Spätindikator handelt, sollte der RSI im Idealfall mit anderen Indikatoren verwendet werden, um den perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt herauszufinden. Bei einem Wert von über 70 gilt ein Asset als “überkauft”, von unter 30 als “überverkauft”. Auf dem Kryptomarkt sind überkaufte bzw. überverkaufte Assets jedoch keine Seltenheit, da Trader sehr emotional handeln und Kurse schnell langfristig hinunter oder in die Höhe treiben können. Aus diesem Grund könnte der RSI alleine nicht ausreichend sein, um fundierte Tradingentscheidungen zu treffen. Stattdessen sollte der grundsätzliche Trend herangezogen werden.

Der MACD-Indikator als trendfolgender Indikator

Der MACD (Moving Average Convergence Divergence, engl. für Indikator für das Zusammen-/Auseinanderlaufen des gleitenden Durchschnitts) ist ein trendfolgender Momentum-Indikator, der den Zusammenhang zwischen zwei gleitenden Durchschnitten eines Assetkurses zeigt. Auf den meisten Plattform wird der Standard-MACD berechnet, indem der exponentiell gleitende Durchschnitt (EMA) von 26 Perioden dem EMA von 12 Perioden abgezogen wird.

Der Indikator löst technische Signale aus, wenn er die Signallinie nach oben verlaufend (kaufen) oder nach unten verlaufend (verkaufen) überschreitet. Auch die Geschwindigkeit, in der die Signallinie überschritten wird, kann als Signal für einen überkauften oder überverkauften Markt gedeutet werden. Es gilt zu beachten, dass sich der Kryptomarkt üblicherweise sehr schnell bewegt. Der MACD kann alleine oder als Zusatzindikator herangezogen werden. Einfach ausgedrückt kann er dabei helfen, zu erkennen, ob eine bullische oder bärische Kursbewegung stärker oder schwächer wird.

Abschließende Bemerkungen

Es liegt in der Verantwortung eines jeden Nutzers, sein Verhalten an die Marktbewegungen anzupassen. Die persönlichen Trading-Strategien erfolgreicher Trader bestehen oft aus einer Vielzahl verschiedener Konzepte und es gibt keine fixe Strategie, die Erträge garantiert. Es empfiehlt sich, eine Strategie zu wählen und zu versuchen, diese beizubehalten und für 6 Monate oder sogar ein Jahr lang auszuprobieren. Der Großteil aller Trader wechselt die Strategie meist wieder, bevor überhaupt ersichtlich wird, ob diese erfolgreich war oder nicht. Risiko- und Geldmanagement dürfen niemals außer Acht gelassen werden; manche sagen, dass die wahre Kunst beim Traden nicht das Geldverdienen selbst ist, sondern vielmehr, dieses nicht zu verlieren.

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