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Verlässlichkeit als neuer Maßstab: Warum Geldbewegungen die nächste Phase bankgetriebener Krypto- und Aktienangebote bestimmen

Bitpanda

Von Bitpanda

Ein leiser Wandel mit großer Wirkung: Was Kunden heute wirklich schätzen

Lange Zeit drehte sich die Diskussion über digitale Assets im Bankensektor vor allem um den Zugang: Entscheidend war, ob ein Institut Krypto oder Aktien* überhaupt anbietet. Diese Sichtweise verändert sich nun. Mit der Weiterentwicklung der Echtzeit-Zahlungsinfrastruktur in Europa ist die bloße Verfügbarkeit einer neuen Assetklasse längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Zunehmend entscheidet jedoch etwas weniger Offensichtliches darüber, ob ein Angebot langfristig genutzt wird: nämlich ob Geld genau dann bewegt wird, wenn Kunden handeln – zuverlässig und wie versprochen. Immer häufiger liegt die Antwort in der institutionellen Krypto-Infrastruktur – in den Rails, Kontrollmechanismen und der Settlement-Logik unter dem eigentlichen Angebot.

Eine aktuelle Studie von Visa Direct unterstreicht diesen Wandel. Ihr zentrales Ergebnis ist bemerkenswert – gerade in einer Branche, die sich über Jahre vor allem über Geschwindigkeit definiert hat: Verlässlichkeit steht laut den befragten Fintech-Führungskräften mit 31% an erster Stelle, wenn es darum geht, Kundenvertrauen aufzubauen. Geschwindigkeit folgt mit 21% erst auf Rang drei. Die Studie nennt die entscheidenden Momente, in denen dieses Vertrauen entsteht oder verloren geht – Einzahlungen, Settlement und Auszahlungen – „Loyalty Moments“. Sie sind der Beweis dafür, dass die Infrastruktur tatsächlich hält, was sie verspricht. Ein einziger Fehler kann ausreichen, um jahrelang aufgebautes Vertrauen zu verspielen.

Für Banken und Neobanken, die Krypto und Aktien* in ihr Angebot aufnehmen möchten, verschiebt sich damit die strategische Fragestellung. Entscheidend ist nicht, ob neue Assetklassen angeboten werden. Entscheidend ist, ob die zugrunde liegende Geldbewegung das Vertrauen rechtfertigt, das Kunden in dieses Angebot setzen.

Die Nachfrage ist da – und sie richtet sich an etablierte Finanzinstitute

Das Interesse ist klar erkennbar. Eine gemeinsam mit GWI durchgeführte Studie zeigt, dass viele Privatinvestoren lieber über ihre eigene Bank in digitale Assets investieren würden – nicht über eigenständige Plattformen. Das spricht für einen Vertrauensvorsprung etablierter Institute: Die besten Chancen, die wachsende Nachfrage nach digitalen Assets zu bedienen, haben demnach diejenigen, denen Kunden bereits heute vertrauen.

Doch dieser Vertrauensvorsprung ist nicht garantiert. Die Horváth-Studie zur Transformation des Retail-Bankenwesens zeigt, wie digitaler Wandel und steigende Kundenerwartungen die Beziehung zwischen Finanzinstituten und ihren Kunden verändern. Auch etablierte Institute müssen sich bestehendes Vertrauen immer wieder neu verdienen – besonders dann, wenn Kunden erstmals in eine neue Assetklasse investieren. Jede dieser Entscheidungen ist zugleich ein Test: Funktioniert die Geldbewegung zuverlässig? Führt das Institut Transaktionen so aus, wie Kunden es erwarten?

Warum Fragmentierung zur Wachstumshürde wird

Die aufschlussreichste Erkenntnis aus der Studie zur Geldbewegung ist struktureller Natur. Expansion scheitert oft nicht an der Produktstrategie, sondern an einer institutionellen Krypto-Infrastruktur, die über viele Jahre hinweg Stück für Stück entstanden ist. Neue Assetklassen werden Korridor für Korridor ergänzt – mit unterschiedlichen Anbietern, Rails sowie jeweils eigener Settlement-Logik, FX-Infrastruktur und Compliance. Die Auswirkungen sind messbar: Nur 10 % der befragten Fintechs beschreiben ihre Infrastruktur als vollständig vereinheitlicht. Gleichzeitig entstehen durchschnittlich 2,8 Mio. US-Dollar an verteilten Kosten für Integration, Compliance und Eskalationen.

Deshalb ist nicht nur das Angebot entscheidend, sondern auch die Infrastruktur dahinter. Ob tiefe Liquidität im entscheidenden Moment verfügbar ist, Assets durch Verwahrung auf institutionellem Niveau geschützt werden und die Zahlungsinfrastruktur Ein- und Auszahlungen zuverlässig ermöglichen – all das entscheidet darüber, ob Vertrauen gestärkt oder geschwächt wird.

Für regulierte Finanzinstitute ist Fragmentierung nicht nur eine Frage der Effizienz. Mit jeder neu hinzugefügten Assetklasse steigen auch die Anforderungen an Compliance. 47% der befragten Fintech-Führungskräfte in Europa sehen Betrugsrisiken als den größten Vertrauensbruch – mehr als in jeder anderen Region. Das spricht dafür, dass europäische Kunden besonderen Wert auf Kontrolle und Sicherheit legen. Werden für die Expansion immer neue Rails ergänzt, wächst damit auch die Zahl der potenziellen Schwachstellen für Vertrauen und Kontrolle.

Europas regulatorische Komplexität hat auch eine positive Seite. Die Studie von KPMG und ADAN zeigt, dass ausgereiftere regulatorische Rahmenbedingungen den Weg für eine stärkere institutionelle Beteiligung ebnen. Wie Bitpanda CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad hervorhebt, verlangt Regulierung zwar „erhebliche Investitionen in Compliance, Governance und operative Resilienz“, sorgt gleichzeitig aber „mit der Zeit für mehr Klarheit und Vertrauen im Markt“ und wird damit „zu einem immer wichtigeren Faktor für langfristige Skalierbarkeit und institutionelle Akzeptanz“. Aus dieser Sicht ist regulatorische Strenge weniger ein Hindernis als vielmehr das Fundament für nachhaltiges Vertrauen.

Die strategische Perspektive verändert sich: weg von der Distribution, hin zur institutionellen Krypto-Infrastruktur

Auch die Branchendaten zeichnen ein eindeutiges Bild. Laut dem 2026 State of Fintech in Europe-Report gelten Fintechs und traditionelle Finanzinstitute heute immer seltener als direkte Wettbewerber. Insbesondere bei digitalen Assets und Embedded Finance setzen Finanzinstitute verstärkt auf Partner, um neue Produkte schneller und effizienter auf den Markt zu bringen. Der Grund: Die erforderlichen Fähigkeiten intern aufzubauen, ist häufig zeitintensiv und operativ anspruchsvoll.

Die eigentliche Erkenntnis reicht noch weiter. In der nächsten Entwicklungsphase wird die Wettbewerbsfähigkeit voraussichtlich weniger durch Distribution oder die Einführung neuer Assetklassen bestimmt als vielmehr durch die institutionelle Krypto-Infrastruktur – also durch die Fähigkeit, Kapital über sämtliche Assets eines Kunden hinweg zuverlässig, transparent und regelkonform zu bewegen. Das gilt sowohl für Investment-as-a-Service-Angebote im Privatkundengeschäft als auch für neue Anwendungsfelder wie programmierbare Stablecoin-Rails und die Tokenisierung realer Assets, bei denen die Qualität des Settlements für Endkunden immer sichtbarer wird. Dieselbe Studie zeigt außerdem: Dort, wo Finanzinstitute auf einheitliche Rahmenbedingungen setzen, nahmen die befragten Entscheider Vorteile wie eine höhere Kundenzufriedenheit und geringere regulatorische Reibungsverluste wahr – es handelt sich dabei um Einschätzungen der Befragten, nicht um garantierte Ergebnisse.

Mit jeder Einzahlung, jedem Settlement und jeder Auszahlung entscheidet sich aufs Neue, ob Vertrauen bestätigt oder infrage gestellt wird. Die Finanzinstitute, die die nächste Entwicklungsphase digitaler Assets erfolgreich gestalten, verstehen Verlässlichkeit nicht als reine Hintergrundtechnologie, sondern als strategische Grundlage einer langfristigen Kundenbeziehung.

Für uns bei Bitpanda Enterprise bildet diese Überzeugung das Fundament unseres Verständnisses von institutioneller Krypto-Infrastruktur – als Basis für die Expansion von Banken in digitale Assets und Aktien.

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Dieser Artikel stellt weder eine Anlageberatung dar, noch handelt es sich um ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf digitaler Assets.
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