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Von Bitpanda
23.03.2026
Auf den meisten Blockchains gilt: Ist eine Transaktion einmal bestätigt, bleibt sie endgültig. Niemand kann sie rückgängig machen, stoppen oder den Zugriff darauf einschränken – und genau das ist eines der zentralen Prinzipien dieser Technologie. Für Banken und Asset Manager bringt das jedoch Herausforderungen mit sich: Was passiert, wenn verdächtige Transaktionen nicht gestoppt oder falsch gesendete Gelder nicht zurückgeholt werden können? Als Stellar 2014 entwickelt wurde, verfolgten die Gründer einen für die Kryptowelt ungewöhnlichen Ansatz: Die Blockchain selbst bleibt unumkehrbar, doch der Herausgeber behält Kontrolle – vergleichbar mit Banken, die Konten einfrieren oder Überweisungen rückgängig machen können. Genau das hat auch Unternehmen wie Circle, PayPal und Société Générale überzeugt, ihre digitalen Dollar und Euro über Stellar herauszugeben. Dieser Guide zeigt dir, wie Stellar funktioniert, welche Rolle der native Token XLM spielt und wie sich das schnell wachsende Stablecoin-Ökosystem darauf entwickelt.
Stellar ist ein Blockchain-Netzwerk, das 2014 von Jed McCaleb gegründet wurde. Zuvor war McCaleb Mitgründer von Ripple – einem Projekt mit ähnlicher Vision, das sich jedoch an Geschäftsbanken richtete. Da er mit dieser Ausrichtung nicht einverstanden war, entwickelte er ein offenes Netzwerk mit Fokus auf finanzielle Inklusion.
Hinter dem Projekt steht die Stellar Development Foundation (SDF), eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in San Francisco. Unterstützung kam von Anfang an von Stripe, einem großen US-Zahlungsanbieter. Dessen CEO Patrick Collison sitzt bis heute im Vorstand.
Wie die Linux Foundation oder Mozilla verfolgt auch die SDF keine Gewinnabsicht. Ihre Mission ist es, offene Technologien für die breite Nutzung zu entwickeln. Der Begriff „Stellar“ kann dabei – je nach Kontext – unterschiedliche Bedeutungen haben:
Das Stellar-Netzwerk: Die Blockchain selbst – mit ihren Validatoren, ihren Protokollregeln und der Möglichkeit, Währungen zu übertragen.
XLM (ausgesprochen „Lumen“): Die native Kryptowährung des Netzwerks, die für Transaktionsgebühren genutzt wird.
Die Stellar Development Foundation (SDF): Die Non-Profit-Organisation hinter dem Protokoll, die die Entwicklung des Protokolls vorantreibt und das Ökosystem fördert. Wenn in den Medien steht „Stellar hat einen Deal mit Visa abgeschlossen“, ist damit meistens die Stellar Development Foundation gemeint.
Das Stellar-Netzwerk wird von etwa 80 Validatoren aufrechterhalten. Eine zentrale Gruppe aus sieben Organisationen bildet die Vertrauensbasis. Dabei handelt es sich um Unternehmen und Institutionen, die ein direktes Interesse daran haben, dass das Netzwerk reibungslos funktioniert.
Validatoren im Stellar-Netzwerk bekommen keine finanzielle Vergütung. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Bitcoin, wo Miner neue BTC als Belohnung erhalten, oder zu Ethereum, wo Validatoren eine Rendite in ETH erzielen.
Wie jede Blockchain nutzt auch Stellar einen Konsens-Mechanismus – also den Prozess, durch den sich das Netzwerk darauf einigt, welche Transaktionen gültig sind: wer was an wen geschickt hat und in welcher Reihenfolge. Dafür verwendet Stellar ein eigenes Verfahren, das Stellar Consensus Protocol (SCP).
Entwickelt wurde das Protokoll von David Mazières, Informatikprofessor an der Stanford University. Das Konzept dahinter ist einfach: Jeder Computer im Netzwerk (ein Validator) legt einen Kreis vertrauenswürdiger Validatoren fest, denen er vertraut. Sobald sich diese Kreise überschneiden, entsteht Konsens im Netzwerk – und Transaktionen sind in nur drei bis fünf Sekunden bestätigt.
Stellar hat mit XLM eine eigene native Währung. Beim Launch wurden sämtliche XLM-Token herausgegeben – insgesamt 105 Milliarden. Im November 2019 reduzierte die SDF das Angebot auf 50 Milliarden, indem sie 55 Milliarden Token dauerhaft aus dem Umlauf entfernte – mit dem Ziel, das Risiko einer Verwässerung für bestehende Tokenhalter zu verringern.
Die zwei zentralen Funktionen des Tokens bleiben dabei unverändert:
Bezahlung von Transaktionsgebühren: Jede Operation im Stellar-Netzwerk kostet 0,00001 XLM. Dieser fixe Betrag wird bei jeder Transaktion an ein schlüsselloses Konto gesendet und damit dauerhaft aus dem Umlauf entfernt.
Aufrechterhaltung einer Kontoreserve: Jedes Konto muss mindestens 1 XLM halten, um weiter aktiv zu bleiben. Das dient als Anti-Spam-Mechanismus und verhindert die massenhafte Erstellung fiktiver Adressen.
Stellar überzeugt mit extrem niedrigen Transaktionsgebühren von nur 0,00001 XLM pro Transaktion – ein Bruchteil eines Cents. Die Gebühr bleibt fix, egal wie hoch der übertragene Betrag ist. Ob du 10 € oder 10 Millionen € sendest, die Kosten bleiben gleich.
Dank schneller und günstiger Transaktionen hat sich Stellar als konkurrenzfähiges Netzwerk für die Abwicklung von Zahlungen etabliert. Um jedoch die Lücke zwischen digitalen Währungen (Kryptowährungen) und lokalen Währungen (Fiat) zu schließen, braucht das Netzwerk Intermediäre mit physischer Präsenz.
Diese Rolle übernehmen die sogenannten Anchors – zugelassene Unternehmen, die als Brücke zwischen den beiden Welten fungieren. Eine Bank kann zum Beispiel als Stellar-Anchor agieren: Sie wandelt deine Euro oder US-Dollar in Stablecoins auf Stellar um und zahlt im Gegenzug wieder lokale Währungen aus, wenn du deine Stablecoins einlöst.
In den letzten Jahren haben sich drei Anchors besonders etabliert:
MoneyGram
Der US-amerikanische Anbieter für Geldtransfers dient mit seinen 475.000 physischen Standorten in 170 Ländern als Schnittstelle. Nutzer können Bargeld in einer MoneyGram-Filiale einzahlen und erhalten dafür USDC in ihre Stellar-Wallet – oder sie können sich umgekehrt lokale Währungen gegen ihre Stablecoins auszahlen lassen.
Airtm
Diese mobile digitale Wallet wird von vielen Arbeitskräften in Lateinamerika und Afrika genutzt. Arbeitgeber senden Stablecoins, die Empfänger innerhalb weniger Minuten in lokale Währung umwandeln können – per Banküberweisung, Mobile Money oder Barauszahlung.
Tempo
Dieser europäische Zahlungsanbieter ermöglicht Euro-Transfers nach Afrika und wickelt sie über das Stellar-Netzwerk ab.
Im Stellar-Netzwerk übernimmt XLM mehrere zentrale Funktionen.
Hier liegt der ursprüngliche Anwendungsfall von Stellar. Die oben genannten Anchors – MoneyGram, Airtm und andere – nutzen das Netzwerk, um Geld schnell und effizient über Ländergrenzen hinweg zu übertragen.
Der Ablauf ist immer derselbe: Ein Absender wandelt lokale Währung in Stablecoins um, die Stablecoins werden innerhalb von Sekunden über das Netzwerk übertragen, und der Empfänger tauscht sie am Zielort wieder in lokale Währung zurück.
XLM wird auch als Brückenwährung eingesetzt, wenn ein direkter Tausch zwischen zwei Währungen nicht möglich ist – zum Beispiel zwischen Euro und Yen.. In solchen Fällen nutzt das System XLM automatisch als Brücke: Euro werden zuerst in XLM umgewandelt, danach wird XLM in Yen getauscht.
Der gesamte Vorgang läuft in wenigen Sekunden als eine einzige Operation ab. Stellar bezeichnet dies als „atomare“ Transaktion: Sie wird entweder vollständig ausgeführt oder gar nicht. Schlägt ein Schritt fehl, wird die gesamte Transaktion rückgängig gemacht und die Gelder gehen zurück an den Absender. So entsteht kein Risiko, dass Euro abgebucht werden, ohne dass gleichzeitig Yen gutgeschrieben werden.
Dieser Anwendungsfall zieht derzeit die meiste institutionelle Aufmerksamkeit auf sich. XLM wird immer dann genutzt, wenn klassische Finanzwerte auf Stellar tokenisiert, übertragen oder eingelöst werden. Je mehr Aktien, Rohstoffe oder Anleihen tokenisiert werden, desto höher ist die Nachfrage nach XLM.
Derzeit befinden sich tokenisierte Assets im Wert von über 1,2 Milliarden US-Dollar im Netzwerk. Das bekannteste Beispiel ist der Geldmarktfonds FOBXX von Franklin Templeton, der in Bargeld und kurzfristige Staatsanleihen investiert. Er war der erste von der SEC regulierte Fonds, der auf einer öffentlichen Blockchain verfügbar gemacht wurde.
Stellar ist ein Zahlungsnetzwerk, entsprechend spielen Stablecoins daher eine zentrale Rolle. Jede Bank oder Institution kann einen Stablecoin auf Stellar emittieren. Zu den bekanntesten Emittenten gehören Circle (USDC und EURC), PayPal (PYUSD) und SG-FORGE (EURCV).
Bei der Emission definiert der Herausgeber die Regeln für seinen digitalen Dollar oder Euro: Muss die Identität verifiziert werden, bevor jemand ihn erhalten kann? Können Gelder im Betrugsfall eingefroren oder zurückgeholt werden? Alle diese Parameter werden von Beginn an festgelegt.
Gut zu wissen: Wie bei anderen Blockchains ist eine bestätigte Transaktion auf Stellar endgültig und kann nicht rückgängig gemacht werden. Der Emittent eines Stablecoins behält dennoch eine gewisse Kontrolle: Über separate Mechanismen kann er Token auf einem bestimmten Konto einfrieren oder zurückholen. Die ursprüngliche Transaktion bleibt im Ledger bestehen, es kann jedoch eine Korrektur vorgenommen werden.
Was ist das? USDC ist ein digitaler Dollar. Jeder Token ist durch reale Dollar gedeckt, die als Bankeinlagen und US-Staatsanleihen gehalten und von BlackRock verwaltet werden. Emittent ist das börsennotierte US-Unternehmen Circle. USDC kann auf den meisten großen Kryptobörsen in Dollar umgetauscht werden.
Warum auf Stellar? USDC existiert auf vielen Blockchains, doch Stellar hebt sich durch eine besondere Kombination ab: extrem niedrige Gebühren, schnelle Finalität in Sekunden und ein starkes Netzwerk von Anchors, das die Umwandlung in lokale Währungen in über 170 Ländern ermöglicht. USDC macht allein mehr als 90% aller Stablecoins aus, die auf Stellar in Umlauf sind.
Anwendungen:
Visa wickelt Kartenzahlungen in USDC über seinen Partner Wirex auf Stellar ab – ganz ohne Korrespondenzbanken.
MoneyGram ermöglicht in seinen Filialen den Umtausch von Bargeld zu USDC und umgekehrt.
Unternehmen bezahlen ihre global verteilten Teams in USDC auf Stellar, das über Anchors innerhalb weniger Minuten in lokale Währung umgewandelt wird.
Was ist das? EURC ist das europäische Pendant zum USDC: ein digitaler Euro, herausgegeben von Circle und gedeckt durch Euro-Reserven auf europäischen Bankkonten. Die emittierende Gesellschaft, Circle Internet Financial Europe SAS, verfügt über eine E-Geld-Lizenz der französischen Aufsichtsbehörde ACPR und ist damit mit MiCA, dem europäischen Regulierungsrahmen für digitale Assets, konform.
Warum auf Stellar? EURC erfüllt einen Bedarf, den USDC nicht abdeckt: Euro auf der Blockchain nutzen, ohne dem Dollar/Euro-Wechselkursrisiko ausgesetzt zu sein. Die Marktkapitalisierung hat sich 2025 vervierfacht, getrieben durch die Nachfrage europäischer Institutionen nach regulierten Euro-Stablecoins.
Anwendungen:
Neben USDC ist jetzt auch EURC Teil von Visas Stablecoin-Abwicklungsnetzwerk – inklusive Unterstützung auf Stellar.
Europäische Unternehmen können Lieferanten in digitalen Euros bezahlen oder Zahlungen empfangen – End-to-End und ohne Umweg über den Dollar.
EURC kann innerhalb der dezentralen Finanzprotokolle des Netzwerks für Lending und Borrowing genutzt werden.
Was ist das? EURCV ist ebenfalls ein digitaler Euro. Er wird von SG-FORGE, der Tochtergesellschaft für digitale Assets der Société Générale, herausgegeben und ist vollständig durch Bankeinlagen sowie hochwertige liquide Assets gedeckt. SG-FORGE ist umfassend reguliert: als Investmentfirma nach MiFID II, als E-Geld-Emittent nach MiCA und als registrierter Anbieter für digitale Assets (PSAN) in Frankreich.
Was macht EURCV besonders? Im Fokus steht weniger die Technologie – sie ist ähnlich wie bei EURC – sondern die Bedeutung dahinter: Eine systemrelevante europäische Bank, beaufsichtigt von der EZB, emittiert einen digitalen Euro auf einer öffentlichen Blockchain. Das ist ein wichtiger Präzedenzfall für die Branche.
Anwendungen:
Im Januar 2026 testete SWIFT EURCV in einem Pilotprojekt für die Abwicklung tokenisierter Anleihen.
Gleichzeitig plant die Plattform 21X, die den ersten regulierten Sekundärmarkt für tokenisierte Wertpapiere in Europa auf Stellar vorbereitet, EURCV als bevorzugte Abwicklungswährung zu nutzen.
XLM kaufen
XLM ist auf den meisten regulierten Plattformen in Europa verfügbar, darunter auch Bitpanda. Kaufen kannst du Stellar mit nur wenigen Klicks per Banküberweisung oder Karte – genau wie bei anderen Krypto-Assets.
In XLM investieren, ohne Krypto zu halten
Für Investoren, die ein traditionelles Finanzprodukt bevorzugen, gibt es einen europäischen Indexfonds von WisdomTree. Er ist physisch durch XLM gedeckt und wird unter dem Ticker XLMW getradet. Dieses Produkt ermöglicht es, über ein klassisches Investmentkonto in XLM zu investieren, ohne eine Krypto-Wallet verwalten zu müssen.
Das Stellar-Netzwerk nutzen
Erfahrene User können direkt über Wallets wie Lobstr oder Freighter auf das Netzwerk zugreifen – Freighter ist eine von der SDF entwickelte Browser-Erweiterung. Das ist der Einstiegspunkt, um Stablecoins zu halten oder auf tokenisierte Fonds zuzugreifen.
Bisher ging es darum, wie Stellar funktioniert und welche Stablecoins darauf zirkulieren. Doch auch unabhängig vom Netzwerk bietet der Einsatz von Stablecoins klare Vorteile gegenüber klassischen Finanzsystemen.
Nahezu sofortige Abwicklung
Internationale Überweisungen dauern oft zwei bis fünf Tage, weil mehrere Korrespondenzbanken eingebunden sind. Eine Stablecoin-Transaktion auf Stellar wird hingegen innerhalb von Sekunden bestätigt und finalisiert. Dadurch werden Services wie die Bargeld-zu-Stablecoin-Umwandlung in wenigen Minuten möglich – wie beispielsweise über Anbieter wie MoneyGram.
Sehr niedrige Transaktionskosten
Transaktionen auf Stellar kosten nur einen Bruchteil eines Cents – unabhängig vom Betrag. Egal ob du 50 Euro oder 5 Millionen Euro überweist, die Kosten bleiben gleich. Im klassischen Bankensystem liegen die Gebühren für internationale Transfers oft bei 3% bis 7%, wodurch sich kleinere Beträge kaum lohnen.
Rund um die Uhr verfügbar
Das Netzwerk ist rund um die Uhr verfügbar – ohne Feiertage oder feste Öffnungszeiten wie im Bankensystem. Wer über Airtm in USDC bezahlt wird, kann jederzeit Geld empfangen und es per Banküberweisung, Mobile Money oder andere Methoden in lokale Währung umwandeln.
Euro-Liquidität ohne Umweg über den Dollar
EURC und EURCV ermöglichen es europäischen Unternehmen und Investoren, ihre Transaktionen vollständig in digitalen Euro abzuwickeln. Der Umweg über den Dollar entfällt – das reduziert den Aufwand beim Management von Wechselkursrisiken und senkt die Kosten.
Zwischen einem Investment in XLM und der Nutzung von Stellar als Zahlungsnetzwerk besteht ein klarer Unterschied. Für Investoren steht vor allem das Preisrisiko im Fokus, da XLM als Krypto-Asset starken Kursschwankungen unterliegt. Weitere Risiken sind:
Wettbewerb
Ripple, der langjährige Rivale von Stellar, hat eine 15- bis 20-mal höhere Marktkapitalisierung und ein breiteres Netzwerk an Bankpartnerschaften. Gleichzeitig konkurriert Solana mit Stellar bei Geschwindigkeit sowie niedrigen Gebühren und bietet ein weiter entwickeltes Ökosystem.
Stablecoin-Risiken
Ein Stablecoin ist keine garantierte Bankeinlage. Stablecoins mit realer Deckung durch Bankeinlagen und Reserven – wie USDC, EURC und EURCV – gelten als vergleichsweise robust. Ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen.
Zentralisierung rund um die SDF
Die SDF hält rund 34% des gesamten XLM-Angebots und verkauft diese Bestände schrittweise, um die Weiterentwicklung des Protokolls zu finanzieren. Gleichzeitig betonen Analysten, dass Stellar keine Finanzierung durch Venture-Capital-Unternehmen erhalten hat. Dadurch gibt es weniger große Token-Bestände, die plötzlich auf den Markt gelangen könnten – ein Risiko, das oft als „Vesting Cliff“ bezeichnet wird.
Regulatorische Risiken
XLM war bislang nicht von Maßnahmen der US-Börsenaufsicht SEC betroffen. Dennoch besteht das Risiko, dass Regulierungsbehörden den Token künftig als Wertpapier einstufen. Der regulatorische Rahmen entwickelt sich sowohl in den USA als auch in Europa schnell weiter und könnte die Bedingungen beeinflussen, unter denen XLM und die Stablecoins im Netzwerk genutzt werden.
Begrenzte Anzahl an Validatoren
Das Netzwerk umfasst nur etwa 80 Validatoren – sieben davon spielen eine besonders zentrale Rolle. Zum Vergleich: Ethereum verfügt über mehr als eine Million Validatoren. Die Dezentralisierung ist damit eingeschränkt: Wenn nur drei dieser zentralen Validatoren gleichzeitig ausfallen, könnte das Netzwerk zum Stillstand kommen. Gleichzeitig zeigt die bisherige Historie eine hohe Stabilität – mit nur einem größeren Ausfall in zwölf Jahren.
Ein technischer Vorfall aus der Vergangenheit
2017 führte ein Fehler im Protokoll dazu, dass 2,25 Milliarden XLM unrechtmäßig erstellt werden konnten – etwa 25% des damaligen Angebots. Der Fehler wurde schnell behoben und hatte keine langfristigen Konsequenzen. Der Vorfall verdeutlicht jedoch, dass auch etablierte Netzwerke nicht vollständig vor technischen Risiken geschützt sind.
Bei einem Investment in XLM gilt: Der Token generiert keine passiven Erträge. Im Gegensatz zu Ethereum steht für XLM kein Staking zur Verfügung – regelmäßige Renditen bleiben somit aus.
Der Wert von XLM hängt daher stark davon ab, wie intensiv das Netzwerk genutzt wird. Damit handelt es sich eher um ein langfristig ausgerichtetes Investment, das nicht zu jedem Anlegerprofil passt. Ein zentraler Faktor ist dabei das Wachstum der Stablecoins auf Stellar.
Mit jeder Stablecoin-Transaktion auf Stellar wird eine kleine Menge XLM als Gebühr dauerhaft aus dem Umlauf entfernt. Da das Gesamtangebot an XLM fix ist und keine neuen Token entstehen, führt eine zunehmende Nutzung von Stablecoins auf Stellar zu einer steigenden Nachfrage bei gleichzeitig sinkendem Angebot.
Einige Analysten sehen darin einen potenziellen langfristigen Stabilisierungsfaktor. Andere betonen jedoch, dass dieser Effekt von einer kontinuierlich steigenden Nutzung des Netzwerks abhängt – und diese ist nicht garantiert. Stablecoins könnten auf andere Netzwerke ausweichen, und auch regulatorische Entwicklungen können die Nachfrage beeinflussen. Wie bei allen Krypto-Assets gilt daher: Vorsicht und Diversifikation bleiben zentrale Grundsätze.
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