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Die Höhepunkte einer extremen Woche:

-       Bisher größter Markteinbruch in der Kryptogeschichte

-       Ist Bitcoin eine Wertanlage?

-       Ethereum holt auf

-       Altcoins wieder auf dem Weg nach oben

-       Google Suchanfragen für “cryptocurrency” nehmen zu

Bisher größter Markteinbruch in der Kryptogeschichte

Die vergangene Woche wird als jene in die Kryptogeschichte eingehen, die wir alle am liebsten einfach nur vergessen würden. Der verheerendste Kurseinbruch des gesamten Kryptomarkts innerhalb eines Tages sorgte für den größten roten Candlestick in seiner noch jungen Geschichte. Doch damit leider nicht genug. In den darauffolgenden Tagen setzte sich der Trend fort und endete im größten Kursrückgang innerhalb einer Woche, der je auf dem Kryptomarkt beobachtet wurde. Innerhalb von nur 24 Stunden reduzierte sich die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarkts um nahezu 300 Milliarden €, einige der größten Kryptowährungen mussten Kursrückgänge von 40% hinnehmen. Am Wochenende verschlimmerte sich das Krypto-Sell-Off weiterhin. Dies hatte gravierende Auswirkungen auf die wöchentlichen Charts, auf denen ein sattes Rot im Ausmaß von 50-80% aufschien.

Dieser katastrophale Rückgang ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Angefangen bei Elon Musks Kritik am ökologischen Fußabdruck des Bitcoin-Minings bis hin zu potenziellen regulatorischen Einschränkungen. Auch die Nachrichten, dass Bitcoin-Miningfarmen in China geschlossen wurden und die andauernden Profitrealisierungen aufgrund der massiven Zunahme im letzten halben Jahr könnten eine Rolle gespielt haben. Der Großteil der Volatilität kann überzogenen Leverage-Spekulationen, die liquidiert wurden, zugeschrieben werden – der Stein geriet ins Rollen und verstärkte Panikverkäufe nur noch mehr. Die Bitcoin-Sell-Offs hatten teilweise sogar noch gravierendere Auswirkungen auf andere Token. Insbesondere Altcoins mit vergleichsweise niedriger Marktkapitalisierung und Liquidität litten an extremen Kursschwankungen.

Ist Bitcoin eine Wertanlage?

Bitcoin kämpfte in den letzten Tagen mit einer massiven Preiskorrektur. Ausgehend von einem Rekordhoch geriet der Preis in eine Abwärtsspirale und büßte satte 50% ein, was jedoch im Vergleich zu so manchen Altcoins, die bis zu 70% zurückgingen, noch harmlos erscheint. Der Preisverfall der letzten Woche wird in die Geschichtsbücher eingehen – BTC erlitt den stärksten Kursrückgang seit jeher und stellte den größten roten Candlestick auf.

Nach solchen Vorkommnissen könnte man sich zurecht fragen: Ist Bitcoin eine “Wertanlage”, wenn der Kurs binnen kürzester Zeit um 50% zurückgeht? Das Wettrennen um den Titel der dominantesten Wertanlage ist nach wie vor voll im Gange. Gold, Kunst, Diamanten, Wein und anderen Sammlerstücken wird auch außerhalb ihrer Rolle als Wertanlage ein Nutzen zugeschrieben. Echter Nutzen ist wichtig, da er Preisvolatilität ausglättet. Echte Nachfrage absorbiert üblicherweise Fluktuationen in der Investitionsnachfrage. Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich, dass das Asset wertlos wird. Während Bitcoin zwar von größerer Liquidität profitiert, ist die Kryptowährung derzeit von seinen mangelnden Anwendungsfällen in Mitleidenschaft gezogen. Auch der hohe Energieverbrauch könnte früher oder später die Nachfrage nach Bitcoin beeinflussen, wovon andere, besser durchdachte Kryptowährungen profitieren könnten.

BTC verliert auch zusehends an Dominanz. Zum Anfang des Jahres betrug die Marktdominanz noch 72%, derzeit hält sie sich gerade noch über der 40%-Grenze und befindet sich damit auf dem tiefsten Stand seit Juni 2018. Die niedrigste Dominanz aller Zeiten wurde im Januar 2018 erreicht, als Bitcoin lediglich knapp über 35% Marktanteil hatte. BTC befindet sich wieder auf der Suche nach seinem Platz an der Sonne und die Altcoins machen es ihm nicht gerade leicht. Es mag vermutlich noch zu früh für BTC sein, um mit Gold als sichere Wertanlage zu konkurrieren; es bleibt jedoch abzuwarten, was die Zukunft bereithält.

Ethereum holt auf

Der Kurs und das Tradingvolumen der zweitstärksten Kryptowährung Ethereum befinden sich wieder auf dem Weg nach oben; Ethereum macht in Bezug auf Marktkapitalisierung Boden auf Bitcoin gut. ETH protzt mittlerweile mit einem Gesamtwert von 335 Milliarden € und ist der Marktkapitalisierung von Bitcoin von 620 Milliarden € näher gekommen – und das, obwohl Ethereum sogar eine noch größere Korrektur als Bitcoin hinnehmen musste. Die Kryptowährung brach von 3.600 € auf 1.400 € ein und markierte somit den Tiefstwert seit Anfang April. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels befindet sich ETH wieder über 2.300 € und beeindruckt mit einem Plus von 300% seit Jahresbeginn.

Altcoins wieder auf dem Weg nach oben

Der Großteil der Altcoins erholte sich nach der Korrektur der letzten Woche wieder. Besonders LINK stach dabei durch seine Performance heraus und konnte mehr als die Hälfte seines Werts wieder zurückerlangen. Derzeit wird LINK über 25 € getradet und befindet sich auf der Suche nach Support für die nächste Kursbewegung.

DOGE büßte nach seinem Rekordhoch 70% seines Werts ein und fand bei 0,2 € Support, der tiefste Wert seit April. In den letzten 24 Stunden verzeichnete der Hypecoin jedoch wieder eine starke Zunahme und wird derzeit für 0,3 € getradet. Trotz des Einbruchs befindet sich Dogecoin nach wie vor unter den stärksten Kryptowährungen in Bezug auf seinen year-to-date-Kurs (YTD).

Token mit niedrigeren Marktkapitalisierungen und Tradingvolumina mussten extreme Preiskorrekturen hinnehmen – etwas, das auch IOTA widerfuhr. Ausgehend von seinem Rekordhoch stürzte der Kurs um 70% in den Keller und fand schließlich auf seinem Februar-Tief von 0,75 € Support. Dieses Support-Level stellte sich als überaus stark heraus, woraufhin Investoren die Kontrolle wieder zurückerlangten und den Preis über den 200 MA trieben.

Google Suchanfragen für “cryptocurrency” nehmen zu

Das wöchentliche Suchvolumen auf Google für das englische Wort “cryptocurrency” (Kryptowährung) erreichte laut Daten von Google Trends sowohl in den USA als auch weltweit ein neues Rekordhoch. Der Höchststand wurde erzielt, als der Bitcoin-Kurs nach seinem Rekordhoch zu sinken begann. Google Trends beschränkt sich nicht nur auf einen Begriff, sondern bezieht auch verwandte Suchbegriffe mit ein. Aufgrund dessen ist das Suchvolumen mehr auf das zunehmende Interesse am gesamten Kryptoraum als lediglich auf das Wort “cryptocurrency” zurückzuführen. Das Suchvolumen für das Wort selbst ist tatsächlich niedriger als 2017.

Die letzte Maiwoche lässt noch Spannung erwarten, da die Bullen gegen die Bären kämpfen, was nach so einer eindeutigen Korrektur ganz normal ist. Der Markt braucht nun wieder Zeit, um neue Support-Levels und Investoren zu finden. Jetzt, Ende Mai, ist es schließlich so weit – die Zeiten, in denen wir unfassbare Kursanstiege beobachten konnten, scheinen hinter uns zu liegen.

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