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Der Kryptomarkt erlebte den höchsten wöchentlichen Anstieg seit 4 Wochen – die Marktstimmung nahm zu, woraufhin Anleger die Kurse nach oben trieben. Auch der Crypto Fear & Greed Index stieg innerhalb 7 Tagen von auf extreme Angst hindeutende 10 Punkte auf neutrale 50 Indexpunkte.

Das Verhalten auf Kryptomärkten ist traditionell von Emotionen geprägt. Anleger tendieren dazu, geizig zu werden, wenn die Preise steigen, was wiederum zu FOMO (Fear of missing out) führt, während sie bei roten Zahlen häufig aus einer irrationalen Reaktion verkaufen. Derzeit pendelt sich der Index in der Mitte ein, was erneut ein Zeichen für den erbitterten Kampf zwischen Bullen und Bären darstellt.

Fast wie in alten Zeiten: der impulsive BTC-Kurs

Nachdem der Bitcoin-Kurs seit Wochen an Ort und Stelle gefangen schien, führte eine impulsive Preisbewegung zur ersten bullischen wöchentlichen Candle. Diese schloss die Woche mit einer bullischen Hammer-Formation und übertraf das Hoch der letztwöchigen Candle, die bereits darauf hindeutete, dass der Markt bald wieder bullisch gestimmt sein würde. Innerhalb der letzten Woche schoss BTC um 30% in die Höhe und wurde um 34.000 € getradet, ein Höchststand seit Mitte Mai.

Die Kursanstiege von Montag erreichten ihren Höhepunkt mitten in einem Short Squeeze. Der beträchtliche Absprung am Wochenende stand im Zeichen des Short Coverings. Anleger, die auf weitere Kursrückgänge spekulierten, versuchten nun, ihre Positionen zurückzuerlangen, während andere im Zuge von Margenausgleichen liquidiert wurden. Innerhalb von nur zwei Stunden wurden in etwa 2.000 Short-Positionen verwässert.

Bitcoin hat sich wieder hochgekämpft – nachdem in der Woche zuvor der Kurs wieder auf das Niveau zu Jahresbeginn zurückgesetzt worden war, schrieb der Coin wieder schwarze YTD-Zahlen. Die größte Kryptowährung in Bezug auf Marktkapitalisierung konnte 2021 bisher ca. 45% zulegen.

Altcoins stehen dem “großen Bruder” um nichts nach

Zwei Monate dauerte es, bis eine Basis für eine impulsive Aufwärtsbewegung geschaffen werden konnte. Ethereum folgte Bitcoin und begab sich auf einen Höhenflug – der Kurs erreichte die 2.000 €-Grenze und überstieg damit ein fallendes Keilmuster, das bis Mitte Mai zurückreicht. Die zweitgrößte Kryptowährung in Bezug auf Marktkapitalisierung konnte in der letzten Woche 35% zulegen und übertraf ihr Hoch von Juli.

Das Trading gestaltete sich überaus volatil mit Ausschlägen in beide Richtungen, da Anleger sehr emotional handelten und auf Neuigkeiten reagierten. Auf einen Anstieg folgte am Montag ein scharfer Rückgang mit einem Intraday-Gap von ca. 15%. Einer der stärksten Altcoins war LINK, der eine Zunahme von beinahe 50% verzeichnen konnte. Der Kurs stieg auf knapp 17 € innerhalb der Börsensitzung und markierte damit den höchsten Stand seit fast vier Wochen.

Auch IOTA beeindruckte – der Kurs stieg und erreichte das obere Ende der seit Mitte Juni bestehenden Trading-Range. Die Bullen trieben den Preis über 0,7 €, was einem Zuwachs von beinahe 50% in den letzten sieben Tagen entspricht. Der Kurs befindet sich dennoch innerhalb der Trading Range: 0,5 € und 0,75 € dienen als Support- bzw. Resistance-Level.

Zu Beginn der Woche schaffte es ADA erneut, die 1 €-Grenze zu überschreiten. Zwischen dem 20. und 26. Juli stieg der Cardano-Kurs um satte 37% an und kam dem als Resistance-Level dienenden Swing-Hoch vom 4. Juli (1,25 €) verdächtig nahe. Derzeit befindet sich der Preis knapp unter 1,1 € und kann auf ein stabiles Support-Level bei 1 € zählen, da viele Anleger gespannt den künftigen Entwicklungen des Alonzo Hard Forks entgegenblicken.

Cardano verkündete erst kürzlich die erfolgreiche Implementierung des Alonzo White Hard Forks und dass bisher keine Probleme durch den Fork aufgetreten seien. Alonzo ist der nächste Schritt des Cardano-Netzwerks zur Smart Contract-Kompatibilität. Laut Cardano Roadmap soll das Netzwerk bis September 2021 in der Lage sein, Smart Contracts vollständig zu unterstützen.

Der Anstieg, der bei einigen Kryptowährungen zu beobachten war, sorgte dafür, dass sich die allgemeine Stimmung am Markt aufhellte. Bitcoins Momentum beeinflusst auch Altcoins wie unseren BEST, der innerhalb der letzten sieben Tage ein Plus von 30% verzeichnen konnte.

Der Trend bei den Tradingvolumina zeigte nach unten, da sich der Kryptomarkt in einer Konsolidierungszone befand und Range-Trading dominierte. Der aktuelle Preisanstieg sorgte jedoch für ein höheres Volumen.

Das steigende Volumen zusammen mit der starken Krypto-Performance deuten darauf hin, dass die beachtliche Erholung von einem Zufluss an neuen Tradern bekräftigt wurde, was ein gesundes Zeichen für den Markt ist. Es ist dennoch Sommer. Viele Menschen sind derzeit auf Urlaub und ein niedrigeres Volumen kann durch eine geringere Anzahl an aktiven Tradern erklärt werden, die sich ganz einfach ein paar Tage frei genommen haben.